Schüler freuen sich über "Mus-e"-Plakette

aus: WAZ Essen, 29.04.2009, Nora Henn

 

Innenstadt. Über eine besondere Auszeichnung im kulturellen Bereich können sich Schüler der Frida-Levy-Gesamtschule freuen.

 

Der Vorhang öffnet sich langsam zu den Klängen von „Ave Maria”: Shakespeares Ophelia kniet bedächtig am Bühnenboden. Dann stürmt ein Mädchen im pinkfarbenen Schlabberpulli, Paillettenhose und Puschen zu Lucy Electrics „Weil ich ein Mädchen bin” auf die Bühne. Sie ist Erzählerin in dem Stück „Ophelia und Hamlet”, das die achte Klasse der Frida-Levy-Gesamtschule im Rahmen des „Mus-e”-Projekts der Yehudi-Menuhin-Stiftung inszeniert hat.

Ein Jahr lang üben sich nun schon fünf Klassen mit Unterstützung von Künstlern der Stiftung in den Bereichen Theater, Tanz, bildende Kunst und Musik. So hat auch die 5a mit ihrem Tanzlehrer Apolo Franca (32) ein Bühnenprogramm erarbeitet. Tänzerisch performen sie die Geschichte eines Mädchens, das sich in einen Seemann verliebt. „Tanzen ist eine Ausdrucksform, eine Sprache, die von Leben erzählt”, so Apolo Franca. Insgesamt drei Monate hätten die Schüler mit ihm gearbeitet, sagt Theodora (11). Dabei konnte jeder seine Ideen einbringen, von fußballerischen Elementen bis hin zu turnerischen Leistungen.

Jetzt wurde den Schülern die „Mus-e”-Plakette verliehen. Dabei handelt es sich um ein europaweites Projekt, an dem sich bereits 166 Schulen in Europa beteiligen. In Essen sind es weitere vier Schulen, die dabei sind: die Gustav-Heinemann-Gesamtschule, die Salzmannschule, das Alfred-Krupp-Gymnasium und die Hauptschule an der Wächtlerstraße.

Ulrike Groeger, Koordinatorin für Schulkultur, sieht das Projekt als Chance für kulturfernere und sozial schlechter gestellte Schichten, Kultur zu erfahren. „Kultur macht schlau” sagt sie und ist stolz, dass die Frida-Levy-Gesamtschule durch die Plakette nun zur Gemeinschaft der „Mus-e” Schulen gehört. Neben dem künstlerischen Ausdruck seien Kreativität, die Entfaltung der Persönlichkeit und die Zusammenarbeit in der Gruppe wichtige Lernziele von „Mus-e”, so die Koordinatorin der Stiftung, Nina Pelletier (34). Die Schüler hatten aber vor allem eines: Spaß bei der Sache.

 


 

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